...und schön war's! Nach Schottland wollte ich schon lange mal reisen, dieses Jahr hat's nun tatsächlich geklappt.
Wir haben lange überlegt, wie wir die Reise wohl am besten angehen sollen (es ist unglaublich, wie viele Angebote für Schottlandreisen in allen Variationen es im Internet gibt) und haben uns schließlich dafür entschieden, einfach Flug, Mietwagen, die ersten Tage Unterkunft zu buchen und den Rest auf uns zukommen zu lassen (sehr hilfreich war hier übrigens der
Schottland-Reiseführer von Andreas Neumeier). Eine grobe Reiseroute hatten wir schon vorher festgelegt, Edinburgh und die Isle of Skye sollten auf jeden Fall auch dabei sein.
Am Flughafen von Edinburgh wartete dann eine Überraschung: ich mußte das Auto fahren...kreisch! Dabei hatte ich mir das so schön bequem -und vor allem stressfrei- vorgestellt, mich im Urlaub von meinem Liebsten chauffieren zu lassen...aber leider akzeptierte die Autovermietung nur Kreditkartenbesitzer als Fahrer (oder wir hätten einen horrenden Aufpreis zahlen müssen) und so durfte ich dann meine koordinativen Fähigkeiten beim Umdenken auf Linksverkehr unter Beweis stellen. Zum Glück war die Fahrt zu unserer B&B-Unterkunft durch den Edinburgher Feierabendverkehr nur kurz und ich konnte das Auto für die nächsten Tage stehen lassen (wobei man sagen muss, dass die Schotten wirklich ausgesprochen freundliche und nachsichtige Autofahrer sind: keiner drängelt, niemand hupt).
Neben den obligatorischen Sehenswürdigkeiten, wie z.B. die Royal Mile (hübsche alte Häuser, aber ziemlich touristisch, wie Ihr sehen könnt: alles voller Sightseeingbusse und in fast jedem Laden kann man Kilts, Whisky und ramschige Souvenirs kaufen)...
...oder das Edinburgh Castle (hier wollte ich eigentlich die one o' clock gun fotografieren, eine Kanone, die jeden Tag um 13:00 Uhr abgefeuert wird...offensichtlich bin ich wohl etwas schreckhaft)...
Der Laden ist klein, aber gemütlich (und die Besitzerin, Katharine ist äußerst freundlich). Neben Garnen, speziell solchen aus Schottland, gibt es dort auch hübsche Stoffe, Bücher, Zeitschriften und Strickzubehör.
Natürlich habe ich auch was gekauft :-)))):
Lace-Garn aus Leinen/Baumwolle
Kaschmir-Lace, gesponnen in Schottland. Wie ich später erfahren habe: auch wenn man in Schottland an jeder Ecke Kaschmirprodukte "made in Scotland" kaufen kann - das Rohmaterial kommt in der Regel aus Asien und wird nur in Schottland verarbeitet...nun ja...aber das Garn ist trotzdem schön...
Und ein Strang handgefärbte Sockenwolle mit Seide (die anderen Sockengarne waren lustigerweise von Opal und Schöller & Stahl, ob die Schotten das wohl exotisch finden???)
Nach drei Tagen zu Fuss sind wir dann auf das Auto umgestiegen und haben uns auf die Reise durch Schottland gemacht. Das Links-Fahren war anfangs schon sehr, sehr merkwürdig (seltsamerweise fand ich vor allem das Schalten mit Links unmöglich), aber nach 2-3 Tagen ging's.
Erster Zwischenstopp in Ballater, wo wir ein riesiges B&B-Zimmer mit Erker hatten:
Balmoral-Castle, die Sommerresidenz der Queen, liegt hier ganz in der Nähe (und anschließend kann man sich ein Gläschen Whisky in der Royal Lochnagar Distillery genehmigen):
Um Destillerie-Besuche kommt man in Schottland einfach nicht herum (zumindest, wenn man -so wie ich- Whisky mag). Von groß und modern (Glenfiddich)...
...bis klein und alt (Strathisla, gegründet 1786). Und immer gibt's zum Schluss einen kleinen Schluck (die Schotten sagen dazu "a wee dram") des hauseigenen Whiskys zum Probieren (für mich als Fahrer gab's natürlich wirklich nur einen ganz, ganz winzigen Schluck...)
Natürlich haben wir auch Fish & Chips gegessen. Diese hier (von D J Chippie in Dufftown) waren ganz besonders lecker:
Auch die süßen Sachen waren nicht zu verachten. Ich fand besonders Chocolate Tiffin (Rezept z.B.
hier) sehr lecker. Kann man vielleicht am ehesten mit unserem "Kalten Hund" vergleichen. Das hier ist eine Variante mit Maltesers anstelle der Kekse (muss ich mal selber machen).
Nur Haggis habe ich nie probiert (obwohl ich mir das eigentlich vorgenommen hatte), das war seltsamerweise nie auf der Speisekarte, wenn wir mal Essen waren. Zum Frühstück hätte ich es allerdings bestellen können, aber das war mir dann doch zu heftig...
Und weiter geht die Reise...
...Übernachtung am Meer in Gairloch (tolles, gemütliches B&B):
Und schließlich: die Isle of Skye. Hier kann man nicht nur die phantastische Landschaft bestaunen...
...oder wandern (z.B. in den Quiraing-Bergen)...
...sondern natürlich auch Geld für Wolle ausgeben. Zum Beispiel für die schönen pflanzengefärbten Garne von
Shilasdair-Yarns:
Ich glaube, das war der mit Abstand abgelegenste Woll-Laden, den ich je besucht habe (auf der Fahrt dorthin dachte ich schon, dass ich mich vielleicht verfahren hätte...zum Glück ist der Weg recht gut beschildert, sonst wäre ich nie in den rumpeligen Feldweg eingebogen, der schließlich zum Laden führt).
Eine ganze Wand voller Pullover (für meinen Geschmack allerdings etwas zu sackartig):
Umso interessanter dafür die Wolle!
Alles pflanzengefärbt und traumhaft weich! Besonders interessant fand ich die Materialzusammensetzung der "Luxury DK": 20% Kaschmir, 40% Angora und 40% Lambswool. 500 Gramm im Farbton "Sandstone" paßten noch in meine Reisetasche...
Es gibt noch so viel mehr zu sehen...wir kommen gerne wieder!